Besuch des Burschenschaftsjubiläums in Eggstätt

Am Freitag um vier Uhr ging es los. Eine Abordnung unserer Eggstedter Feuerwehr und Gäste fuhren auf Einladung der Partnerwehr in Eggstätt an den Chiemsee, um an der 110-jährigen Jubiläumsfeier des dortigen Burschenvereines teilzunehmen. Nach gut 12 Stunden Fahrt traf man beim Feuerwehrgerätehaus ein und wurde mit Kaffee und Kuchen herzlich begrüßt. Dann wurden die Quartiere aufgesucht und man traf sich um 18 Uhr wieder am Gerätehaus zum Grillen. Hier kamen noch zwei Eggstedter von einer Urlaubsreise dazu und so war unsere Gruppe mit 14 Personen komplett.

Als Gastgeschenk überreichte Wehrführer Fred Glindmeier ein typisch norddeutsches Getränk an die Vorsitzende der Eggstätter Feuerwehr Lisa Obermaier. Es war zwar nur eine Flasche, die es aber in sich hatte: 3 Liter Oldesloer und dazu noch „magenfreundlich warm“ wurde spontan herumgereicht so dass der Inhalt den Abend nicht überstand.

In herzlicher Atmosphäre wurden alte Geschichten wieder aufgewärmt und Neuigkeiten aus den Wehren, der Dorfgemeinschaft und privates im Gespräch ausgetauscht. Am späten Abend machten einige noch einen Abstecher zum Festzelt am Hartsee wo ein Diskoabend stattfand.

Samstag wurde tagsüber die Altstadt von Wasserburg an Inn und die mittelalterlichen Kellergewölbe zur Bierlagerung besucht. Dort war es mit 7 ° C recht frisch.

Gegen Abend fuhr man zum Nachbarort Seeon um dort eine Brauerei zu besichtigen. Gleich zu Beginn der Führung wurde jedoch klar, dass der Ausschank von etwa 20 Sorten Gerstensaft nur die optimale Verwertung eines Nebenproduktes ist. Die Firma Camba Bavaria stellt vorrangig schlüsselfertige Brauanlagen in kleiner bis mittlerer Größe her und verkauft diese mittlerweile weltweit.

Natürlich müssen die zahlreichen technischen Weiterentwicklungen durch einen realen Brauvorgang getestet werden. Das Brauergebnis schmeckt lecker und kann vor Ort günstig zum Verzehr angeboten werden. Übrigens: Das Wort „Camba“ kommt aus dem Lateinischen und ist der Name des  Raumes, der damals zum Backen und Brauen genutzt wurde.

Zum Ausklang des Tages saßen wir noch beim „Unterwirt“ in Eggstätt bei einer Brotzeitplatte zusammen und haben auch Spezialgetränke wie die „weiße Maß“ oder das „Laterndl“ probiert.

Sonntag ging es für die Umzugsteilnehmer früh um acht los zum Weißwurschtfrühstück im Festzelt. Dort wurden anschließend die 7 Züge, mit jeweils Musik vorneweg, für den Marsch zum Feld-Festgottesdienst aufgestellt und dann ging es durch den Ort.

Der Gottesdienst wurde vom örtlichen Pfarrer ungewohnt modern und kurzweilig gestaltet. Höhepunkt war die Fahnenweihe und das gemeinsame Bayernlied.

Dann hieß es wieder Aufstellen und im langen Festzug zum 3000-Mann-Festzelt.

Dort angekommen gab es zügig ein Mittagessen für alle und eine Maß. Unterwegs war es schon sehr warm – im Zelt waren es gefühlte 40 ° C und wir schwitzten ohne uns zu bewegen. Bei zünftiger Musik drehte sich das Weißbierkarussell und wir beteiligten uns bald am „Biertischstapeln“. Dabei stellt man einen Biertisch auf einen anderen und stellt sich dazu auf die Bank. Passt – und man hat die Übersicht!

Am späten Nachmittag waren wir alle „durch“. Nach dem Frischmachen trafen wir uns abends „auf ein Bier“ noch mal beim Unterwirt.

Montag ging es dann zunächst ruhiger an. Um 18 Uhr kam man beim Kesselfleischessen im Festzelt zusammen. Ganz unauffällig sollte noch ein weiteres Gastgeschenk an die Feuerwehr Eggstätt überreicht werden – aber das ließen die Eggstätter nicht zu. Fred durfte auf die Bühne und im voll besetzten Zelt eine kleine Ansprache halten.

Beim geselligen Ausklang des Festes dachte man aber schon an die Rückfahrt am kommenden Morgen.

Es war wieder mal sehr schön und einem Gegenbesuch wird schon mit Vorfreude entgegengesehen.

 

Jens Bornholdt